Neuer Hilfefonds für ehemalige Heimkinder mit Behinderung

Mitteilung aus dem Landesverband Lebenshilfe Sachsen e.V.


Sehr geehrte Mitglieder,

zum Ende der letzten Woche gab es eine positive Information aus Berlin, zu der die Gäste der Sitzung Landeselternrat am Samstag bereits in Torgau informiert wurden.

Die Regierungschefs von Bund und Ländern haben sich bei ihrem Treffen endlich auf einen neuen Hilfefonds für ehemalige Heimkinder mit Behinderungen geeinigt. Mit der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ sollen nun auch jene Menschen Hilfen erhalten, die als Kinder oder Jugendliche in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie Unrecht und Leid erfahren haben.

Der gemeinsame Beschluss der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder sieht vor, dass Betroffene eine pauschale Geldleistung in Höhe von 9.000 Euro erhalten. Außerdem soll es Rentenersatzzahlungen in Höhe von 3.000 bis 5.000 Euro geben, sofern Menschen mit Behinderungen im Rahmen ihrer Unterbringung Arbeitstätigkeiten nachgehen mussten, für die aber keine Sozialversicherungsbeiträge entrichtet wurden.

Personen, die als Kinder und Jugendliche in Heimen der Erziehungshilfe Unrecht erlitten haben, erhalten schon jetzt Hilfen aus den beiden Fonds "Heimerziehung in der DDR" und „Heimerziehung West". Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen aus Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie werden darin jedoch nicht berücksichtigt, obwohl sie die gleichen Nachteile erfahren haben.

An dem Thema arbeiten unter anderem die Landesverbände mit der Bundesvereinigung schon länger. Zum Glück ist das Gerangel um die Unterscheidung zwischen ehemaligen Heimkindern mit und ohne Behinderung nun positiv beendet. Auch der Landesvorstand hatte dazu Kontakt zum Ministerpräsidenten und zum Finanzminister aus Sachsen, da die Landesvertreter ihr Votum zum Hilfsfonds abgeben mussten.

Mittel aus Hilfsfonds sind in Sachsen im Sinne des Opferentschädigungs-rechtes beim KSV angesiedelt. Die Antragsunterlagen und das weitere Verfahren dazu wird dort jetzt entwickelt. Sobald es entsprechende Unterlagen und Hinweise dazu gibt, senden wir diese über die Geschäftsstellen der Mitglieds-Organisationen an Sie weiter.

Ihrerseits könnten Sie schon einmal überlegen, wer aus dem Fond profitieren könnte und an wen man dann die Unterlagen gezielt weiter geben kann. Es wäre schade, wenn das Geld aus dem Fond nicht verbraucht werden würde.


Mit freundlichem Gruß,
Silke Hoekstra
Lebenshilfe Sachsen e.V.

 
 
 
 

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