Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen
 
 
Zur Startseite
 
 

„Backstopp“ im Kinderheim

 

Die Fakten

36 Kinder und Jugendliche, keine Schule, keine Kita, keine Besuche von Eltern, Angehörigen, Freunden, Unterstützung kommt durch zusätzliches Personal aus anderen Bereichen der Lebenshilfe.

Ich telefoniere mit Michael Kittler, dem Heimleiter und mit Tina Seidel, sie ist Gruppenbetreuerin in Gruppe 2.

 

Die Kinder

„Als die Schulen schlossen, waren unsere Kinder echt traurig, sie gehen gern zur Schule. Inzwischen haben sie sich mit der Situation angefreundet, fragen aber immer wieder nach der Schule.“ sagt Tina Seidel.

Einsamkeit gibt es im Kinderheim nicht, man hat ja die Freunde im Haus. Die Großen vermissen am meisten, das Rausgehen. Sie wollen unterwegs sein, ihr Taschengeld ausgeben, sich mit anderen treffen.

„Der Tag ist gut strukturiert“, berichtet Frau Seidel. „Es wird etwas länger geschlafen, gegen 8 Uhr beginnen wir mit den Schulaufgaben.“ Da sitzen sieben Kinder an der großen Tafel und jeder ist mit seiner Arbeit beschäftigt. Das zusätzliche Fachpersonal ermöglicht fast eine 1:1 Betreuung bei den Aufgaben.

Die Schulen melden sich regelmäßig. Die Aufgaben kommen für jedes Kind per Post oder Mail. „Wir arbeiten maximal zwei Stunden, länger hält die Konzentration nicht“, so Tina Seidel.

Danach ist Gartenzeit. Aber am liebsten würden die Kinder ja jeden Tag backen. Der Renner ist „Mandarine-Schmand“ Kuchen. Letztens ist sogar eine Snickers-Torte entstanden. „Ich glaube, wir müssen bald den Backstopp ausrufen, sonst werden alle zu dick“, gibt Frau Seidel (mit telefonischem Augenzwinkern) zu bedenken.

Jeden Tag gibt es ein kreatives Angebot von Frau Langer, der Ergotherapeutin. Traumfänger basteln, mit Salzteig gestalten, das passiert auch meist im Freien.
Die Kinder wirken entspannter, sind abgeschirmter, haben weniger Einflüsse von außen, haben weniger Konflikte zu bewältigen, das ist spürbar.

„Gleichzeitig“, so Herr Kittler, „wächst aber auch das Anspannungspotential in den Gruppen. Man ist 7 Tage 24 Stunden lang beieinander.“ Am vergangenen Wochenende waren sechs Kinder in der Sächsischen Schweiz wandern, das hat gutgetan.

„Die Kinder meistern diese aufregende Zeit gut. Die Situation und die damit verbundenen Notwendigkeiten haben die Kollegen kindgerecht besprochen. Das war und ist viel Infoarbeit. Geholfen haben uns dabei die Materialien in leichter Sprache,“ sagt Michael Kittler.

 

Eltern und Angehörige

Die Eltern gehen ganz unterschiedlich, aber besonnen mit der Situation um. Manche telefonieren öfter, es gibt auch Videotelefonie und „Fenstergespräche“. Eltern fragen nach Fotos und schicken Fotos. Der gute alte Brief wird wieder zeitgemäß.

 

Das Personal

Zusätzliches Personal aus unserer Kita und der Schulintegrationshilfe wurde schrittweise eingesetzt. Damit war eine gute Einarbeitung möglich, die Kollegensind gut angekommen und kommen gern.

Die Kollegen der verschiedenen Angebote der Lebenshilfe lernen sich gegenseitig besser kenne. Der Blick von außen ist eine große Chance, Fachkollegen sehen Dinge, die man vielleicht selbst nicht sieht, Potential für positive Veränderungen.

Maßnahmen im Zuge der Pandemie sorgen immer wieder für Reibungspunkte im Team. Was ist notwendig? Was ist sinnvoll? „Hilfreich war Strategiegruppe der Lebenshilfe Dresden. Vorhandene Notfallpläne wurden für jede einzelne Einrichtung konkretisiert. Der kurze Draht zur Geschäftsleitung, das gute Informationsmaterial und nicht zuletzt die Notfallnummern für das Wochenende geben Sicherheit.“, so Michael Kittler.

„Unser Personal arbeitet ruhig und umsichtig, brennt für den Job“, lobt der Einrichtungsleiter.

Anke Forberg
Öffentlichkeitsarbeit

 
 
Kinderheim Bernhardstraße    
Bacen 1    
Backen 5    
Backen 2    
Backen 3    
Backen 4    
Backen 5    
Backen 6    
 
 

© Lebenshilfe Dresden e. V., 01069 Dresden, Josephinenstraße 31, E-Mail: geschaeftsstelle@Lebenshilfe-Dresden.de