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Ein Stück vom Leben fehlt, das Arbeitsleben

 

Die Fakten

Die WfbM auf der Löbtauer Straße ist als Notbetreuung für die gesamten Inpuncto-Werkstätten in Betrieb.

Ich telefoniere mit Sven Ponndorf-Gorgas, dem Leiter des Hauses.

 

Die Mitarbeiter/innen im Haus

Seit dem Betretungsverbot für Werkstätten war die WfbM Löbtauer Straße als Notbetreuung geöffnet. „Wir dürfen für diejenigen Notbetreuung anbieten, deren notwendige Betreuung und Pflege nicht durch Angehörige, Eltern etc. sichergestellt werden kann. Entsprechende Familien wurden gefragt. Mitarbeiter mit chronisch psychischer Erkrankung, die alleine wohnen, haben wir angesprochen. Einsamkeit, Angst und Unsicherheit sind ein großes Risiko für Stress, Rückfall in Sucht, Suizidgefahr.“ berichtet der Hausleiter.

Eine kleine Gruppe von Mitarbeitern nahm das Angebot an. „Wir haben uns im Bereich der Elektromontage großzügig verteilt. Anfangs war es ein komisches Gefühl. Sonst ist unser Haus voller Leben und Geschäftigkeit. Jetzt spürte man Stille, Druck und Anspannung,“ so Herr Ponndorf-Gorgas.

Aber die Kollegen stützten sich auch gegenseitig. Herr Schulz wurde als „systemrelevant“ angefordert. Er „schmeißt“ die Pausenversorgung in der Küche. „Außerdem sorgt er für die gute Laune im Haus,“ freut sich der Hauschef. Die Gruppe im Haus hat sich inzwischen eingespielt, die Menschen gewöhnen sich an die neue Situation.

 

Die Kunden

Kundenanfragen reißen nicht ab, das gilt für alle Bereiche von der Stuhlflechterei bis zur Aktenvernichtung, deshalb wurden vier gut eingearbeitete Kollegen zur Gruppe dazugeholt.

Radwerkstatt und Fahrradladen wurden vorerst in der Hamburger Straße 14 eingerichtet, so lange das Betretungsverbot für WfbM gilt. „Wir hoffen sehr, dass uns unsere Kunden auch dort erreichen. Am ersten Öffnungstag haben wir schon 11 Fahrräder verkauft.“

 

Die Mitarbeiter/innen zuhause

„Wir halten Telefonkontakt zu den Leuten, die zuhause sind, wir sind telefonisch für sie erreichbar und suchen selbst regelmäßig telefonischen Kontakt. Die Menschen reagieren unterschiedlich, es gibt Sorgen, die Angst rauszugehen, das „Urlaubsgefühl“ der ersten Zeit verschwindet langsam. Wenn wir Gefahr im Verzug sehen, sind auch jederzeit Nachrücker in die WfbM möglich.“ So der Hausleiter.

In der Ausbildung befindliche Mitarbeiter/innen werden zweimal pro Woche angerufen. Sie erhalten per Mail oder Post „Bildungspakete“, nach Bildungsplan gibt es Aufgaben fachlicher Art und Aufgaben zur Allgemeinbildung z.B. Rechnen, manchmal ist auch ein Mandala dabei.

 

Was ist gutes an der Situation

Diese Frage beantwortet Sven Ponndorf-Gorgas so: „Man lernt in anderer Zusammensetzung die Mitarbeiter/innen neu kennen. Respekt, wie alle das meistern: Maske, allein täglich im ÖPNV, trotz Angst – Respekt, wie die Leute sich dem stellen. Zweitens die Erkenntnis: Das Leben funktioniert auch über Entfernung. Das Leben ist reduziert, man kann sich mehr auf einzelne Sachen konzentrieren und einlassen. Die viele Zeit für den Einzelnen, das hätte ich weiter gern. Eine Geschichte anhören, ohne dass der nächste Tagesordnungspunkt drückt, man konzentriert sich aufeinander und kann Dinge wirklich zu Ende machen.“

Das Feedback der Mitarbeiter/innen in der Gruppe: es ist schön, gebraucht zu werden. Alle im Haus wollen gebraucht werden, es gibt viele Anfragen, wann es endlich wieder losgeht, ein Stück vom Leben fehlt, das Arbeitsleben.

Vielen Dank für die Einblicke.
Anke Forberg, Öffentlichkeitsarbeit


 
 
WfbM Löbtauer    
 
Montage    
 
Räder    
 
Montage 2    
 
Radladen zoom    
 
Radladen     
 
 

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